Handarbeiten mit Anleitungwww.stricken-mit-strickanleitung.de
Kuscheltiere · 5 Anleitungen

Kuscheltiere stricken

  • Lesezeit6 Min.
  • Abschnitte6
  • Anleitungals PDF

Aktualisiert am 24. September 2026

Gestricktes Kuscheltier aus fester Wolle mit aufgesticktem GesichtEin gestricktes Kuscheltier besteht aus acht bis zehn Einzelteilen, die getrennt gestrickt, einzeln gefüllt und danach von Hand zusammengenäht werden. Über die Form entscheidet deshalb die Montage, nicht das Muster. Für den ersten Strickversuch ist das zu viel auf einmal: Du arbeitest in Runden, nimmst ab, füllst formgebend und nähst anschließend unsichtbar zusammen. Wenn Schal und Mütze schon fertig in Deinem Schrank liegen, ist ein kleines Tier machbar.


Der Aufwand vorab

Schwierigkeit: fortgeschritten, weil Rundenstricken, Abnahmen und Montage zusammenkommen
Arbeitszeit: mehrere Abende – die Einzelteile gehen zügig, das Zusammennähen dauert erfahrungsgemäß länger als gedacht
Garn: feste Wolle mit rund 100 m Lauflänge je 50 g, dazu Füllwatte
Einfach ist: das Stricken der Körperteile, meist glatt rechts über wenige Maschen
Nicht einfach ist: gleichmäßig füllen und die Teile so ansetzen, dass das Tier gerade sitzt

Stricken oder häkeln – was bei kleinen Tieren leichter geht

Diese Frage steht so in den Suchanfragen, und sie hat eine klare Antwort. Gehäkelt wird spiralförmig in festen Maschen, mit einer Nadel und ohne dass Maschen von der Nadel rutschen können. Das Maschenbild ist dichter, die Füllung tritt seltener durch. Gestrickt wirkt das Tier weicher und gleichmäßiger, verlangt aber ein Nadelspiel und eine festere Maschenführung als ein Pullover.

Welches Tier Du Dir als erstes vornimmst, entscheidet mehr über das Ergebnis als die Technik. Ein Hase, ein Hund oder ein Bär bestehen aus geraden Röhren und einer Kugel – dafür reichen Abnahmen, die Du schon von der Mütze kennst. Tiere mit Schnabel, Flügeln oder langem Hals verlangen Formteile, die Du nach Anleitung Reihe für Reihe arbeiten musst. Klein heißt übrigens nicht leicht: Je weniger Maschen eine Runde hat, desto enger wird die Arbeit auf dem Nadelspiel.

Wenn Du beides ungefähr gleich gut kannst und einfach ein Tier fertigbekommen willst, bist Du mit Häkeln schneller am Ziel. Wenn Dir das Strickbild gefällt, greif zu dünneren Nadeln als gewohnt. Beim Kauf eines Buches lohnt ein Blick hinein: Tieranleitungen sind häufig Häkelvorlagen, auch wenn „stricken“ auf dem Umschlag steht.

Garn, Nadelstärke und Füllmenge

Die Materialwahl entscheidet darüber, ob die Watte später durch das Maschenbild schimmert. Eine Maschenprobe brauchst Du hier nicht, um eine Größe zu treffen – ein Kuscheltier darf größer oder kleiner ausfallen. Sie entscheidet aber darüber, ob das Gestrick dicht genug ist: Wenn Du die Probe gegen das Licht hältst und Licht durchkommt, ist die Nadel zu dick.

Worum es geht Worauf Du achtest Warum
Garnstärke feste Wolle, rund 100 m Lauflänge je 50 g dichtes Maschenbild, die Füllung drückt nicht durch
Nadelstärke ein bis anderthalb Nummern dünner als auf der Banderole engere Maschen, keine Lücken zwischen den Maschen
Garnsorte für das ganze Tier dieselbe Sorte, auch bei mehreren Farben jede Wolle ergibt eine eigene Maschenprobe; sonst passen die Teile nicht zueinander
Flauschgarn nur mit fester Maschenführung verarbeiten weiches Garn reißt Lücken, durch die Watte austritt
Farbechtheit vor dem Verarbeiten eine Garnprobe waschen ein Kuscheltier landet irgendwann in der Maschine
Füllwatte Richtwert rund 250 g für ein Tier bis 30 cm je fester gefüllt, desto formstabiler bleibt das Tier

Jedes Körperteil einzeln – die Montage entscheidet

Kopf, Körper, zwei Arme, zwei Beine und zwei Ohren werden getrennt gestrickt. Jedes Teil wird gefüllt und geschlossen, bevor Du es ansetzt – nachträglich kommst Du nicht mehr hinein. Lass die Anfangsfäden lang hängen, Du brauchst sie zum Annnähen.

Die Reihenfolge hat einen Grund: Solange nur Kopf und Körper verbunden sind, kannst Du die Sitzhöhe noch korrigieren. Sind die Beine bereits dran, steht die Haltung fest.

KopfKörperArmArmBeinBeinOhrOhrReihenfolge beim Annähen1Kopf auf den Körper2Beine, Tier hinstellen3Arme auf gleicher Höhe4Ohren5Augen und Schnauze

Jedes Teil wird vor dem Ansetzen gefüllt und geschlossen. Genau diese Reihenfolge erspart Dir das Auftrennen.

Augen, Schnauze und Ohren befestigen

Augen und Schnauze kannst Du mit Stickgarn aufsticken oder als Wackelaugen und Knöpfe aus dem Bastelhandel aufnähen. Die Entscheidung hängt nicht vom Geschmack ab, sondern davon, wer mit dem Tier spielt: Für Kinder unter drei Jahren gehören weder Knöpfe noch Wackelaugen an ein Kuscheltier. Sie können sich lösen und verschluckt werden. Sticke Augen und Schnauze in dem Fall auf, und verwende für die Nase ebenfalls Garn statt eines aufgesetzten Teils.

Für die Position gilt ein einfacher Handgriff: Steck Augen, Schnauze und Ohren erst mit Stecknadeln fest und sieh das Tier dann aus einem Meter Entfernung an. Aus der Nähe wirkt fast jede Position richtig, aus der Entfernung nicht.

Tiere einstricken statt ausstopfen

Nicht jedes Tier muss ein Kuscheltier werden. Auf einem Kinderpullover, einer Babydecke oder einer Mütze lässt sich ein Tier auch als Motiv einarbeiten: glatt rechts gestrickt, das Motiv nach Zählmuster in einer zweiten Farbe eingestrickt. Montage und Füllung entfallen damit vollständig, und das Ergebnis ist waschbar ohne Verformung.

Konturen und Gesichtszüge arbeitest Du hinterher auf: mit Kettmaschen nachgehäkelt oder mit Stickgarn aufgestickt. Augen lassen sich mitstricken oder später sticken. Zwischen beiden Wegen liegen Hand- und Fingerpuppen – gestrickt wie ein Kuscheltier, aber ohne Füllung und mit offener Unterseite. Für den Anfang ist das der kleinere Schritt, weil das Zusammennähen fast vollständig wegfällt.

Wo Anfänger bei Kuscheltieren aussteigen

Drei Stellen tauchen immer wieder auf. An keiner davon musst Du das Projekt aufgeben.

  • Die Abnahmen am Kopf. Die Maschen rutschen vom Nadelspiel, die Runde verliert die Form. Teil die Maschen vorher mit Markierern in vier gleich große Abschnitte und nimm in jedem Abschnitt an derselben Stelle ab – nicht nach Gefühl.
  • Das Füllen. Das Tier wird knubbelig statt rund. Zupf die Watte in kleinen Portionen auseinander, statt sie am Stück hineinzudrücken, und streich nach jeder Portion von außen glatt.
  • Der Kopf kippt nach vorn. Fixier Kopf und Körper mit Stecknadeln, stell das Tier hin und korrigier erst dann. Genäht wird rundum im Matratzenstich, nicht allein auf der Vorderseite.

Aus Wollresten in gemischten Farben entstehen übrigens die brauchbarsten ersten Tiere: Bei einem bunten Tier fällt eine ungleichmäßige Stelle kaum auf, bei einem einfarbigen sofort.

Mehrere gestrickte Tiere nebeneinander, gefuellt und zusammengenaeht

Anleitung als PDF herunterladen

Die Anleitungen als PDF

Die Anleitung für ein gestricktes Kuscheltier lädst Du hier kostenlos herunter: Kuscheltiere stricken (PDF)

Die ältere Sammelanleitung mit weiteren Tiermotiven bleibt ebenfalls verfügbar: Stricken Anleitung Tiere (PDF)

Herausgegeben von Selda Bekar
Redaktion stricken-mit-strickanleitung.de, Bremen. Wie die Anleitungen entstehen, steht unter Methodik.
Weitere Anleitungen im Fach Kuscheltiere5 Anleitungen