Aktualisiert am 6. Oktober 2026

Dieser Kinderponcho wird von oben nach unten in Runden gestrickt. Du fängst am Halsbündchen an, nimmst gleichmäßig zu und legst die Ärmelmaschen später auf einem Faden still. Es gibt keine Naht und kein getrenntes Vorder- und Rückenteil, das am Schluss zusammenpassen müsste. Kniffelig wird genau eine Runde: die, in der die Ärmel abgeteilt werden.
Aufwand auf einen Blick
- Schwierigkeit: mittel. Die Maschen selbst sind Grundmaschen, aber du arbeitest in Runden, nimmst nach einem festen Rhythmus zu und legst zwischendurch Maschen still.
- Technik: Bündchenmuster, glatt rechts in Runden, Zunahmen aus dem Querfaden.
- Naht: keine.
- Maschenprobe: 14 Maschen und 22 Reihen auf 10 x 10 cm.
- Garnmenge: steht hier bewusst nicht als Grammzahl. Die Anleitung ist über Maschenzahlen geführt, nicht über Gewicht. Kauf lieber ein Knäuel mehr aus derselben Partie, als mitten im Rumpf die Farbe zu wechseln.
- Das ist einfach: der Rumpf. Nach der Ärmelrunde läuft er über viele Runden glatt rechts durch.
- Das ist es nicht: die Ärmelrunde und der Zunahmerhythmus davor.
So ist der Poncho aufgebaut
Das Strickstück wächst als ein einziger Schlauch vom Hals nach unten. Die beiden Ärmelöffnungen entstehen nicht durch Nähte, sondern dadurch, dass du an zwei Stellen Maschen stilllegst und daneben neue anschlägst.
Welche Größe dabei herauskommt
Rechne es dir aus, bevor du anschlägst: 60 Anschlagmaschen ergeben bei 14 Maschen auf 10 cm rund 43 cm Umfang im Halsbündchen. Im Bündchenmuster zieht sich das zusammen und dehnt sich beim Anziehen wieder. Passt das nicht, änderst du die Anschlagzahl und verteilst die Zunahmen entsprechend neu. Miss im Zweifel den Kopfumfang und nicht die Halsweite, denn durch den Kopf muss der Poncho.
Warum aus einem Stück und nicht aus zwei Teilen
Für Kinderponchos gibt es zwei ganz verschiedene Wege. Dieser hier läuft in Runden und hat Ärmel. Der andere besteht aus zwei flachen Teilen, die zusammengesetzt werden, und kommt ohne Ärmel aus; er ist schneller fertig, verlangt dafür aber sauberes Zusammennähen. Wenn du lieber hin und her strickst und das Nähen nicht scheust, ist die Variante aus zwei Teilen die passendere.
Was du brauchst
Eine Rundstricknadel in der Stärke, mit der du die Maschenprobe triffst, dazu etwas für die Ärmel, worauf 32 Maschen bequem Platz haben. Ein Maschenmarkierer für den Rundenanfang und ein glattes Beilaufgarn zum Stilllegen der Ärmelmaschen. Beim Garn ist nur wichtig, dass es die Maschenprobe hergibt und sich weich genug anfühlt; ein Kind trägt den Poncho direkt über dem Pullover. Wie sich Naturgarn dabei verhält, steht unter Stricken mit Schafwolle.
Schritt 1: Das Halsbündchen
Schlag 60 Maschen an, schließ sie zur Runde und strick rund 15 cm im Bündchenmuster. Setz dir den Markierer an den Rundenanfang, du brauchst ihn gleich bei jeder Zunahmerunde.
Schritt 2: Die erste Zunahmerunde
- 1 Masche rechts, 1 Masche zunehmen, 13 Maschen rechts, 1 Masche zunehmen, 2 Maschen rechts – und in diesem Rhythmus bis zum Rundenende weiter.
- Die folgende Runde wird glatt rechts gestrickt, ohne Zunahme.
Schritt 3: Weiter zunehmen bis 164 Maschen
In der dritten Runde strickst du: 1 x rechts, 1 x zunehmen, 15 x rechts, 1 x zunehmen, 2 x rechts, 1 x zunehmen, 15 x rechts, 1 x zunehmen, 2 x rechts, 1 x zunehmen, 15 x rechts, 1 x zunehmen, 2 x rechts, 1 x zunehmen, 15 x rechts, 1 x zunehmen, 1 x rechts.
In diesem Rhythmus geht es weiter, bis 124 Maschen auf der Nadel sind. Danach nimmst du nur noch am Anfang und am Ende einer Runde zu, bis du bei 164 Maschen bist.
Schritt 4: Die Ärmel stilllegen
Das ist die Runde, in der die meisten durcheinanderkommen. Sie geht so: 25 Maschen glatt rechts, 6 Maschen neu anschlagen, die nächsten 32 Maschen auf einen Faden legen, 50 Maschen stricken, 6 Maschen neu anschlagen, wieder 32 Maschen auf einen Faden legen, zum Schluss die letzten 25 Maschen normal stricken.
Zähl nach, bevor du weiterstrickst: im Rumpf müssen jetzt 112 Maschen liegen, auf jedem Faden 32.
Schritt 5: Der Rumpf
Über die 112 Maschen arbeitest du in Runden weiter und nimmst dabei wie vorher zu, bis wieder 156 Maschen auf der Nadel sind. Ab hier kannst du ein Muster einbauen, wenn du magst – zugenommen wird trotzdem im vorgegebenen Rhythmus weiter, jede vierte Runde glatt rechts und die sechste glatt links. Dann strickst du gerade hoch, bis der Poncho die Länge hat, die du willst.
Schritt 6: Die Ärmel
Nimm die 32 stillgelegten Maschen wieder auf und schlag in der ersten Runde 6 Maschen dazu. Danach kommt am Anfang und am Ende jeder 6. Runde je eine Masche hinzu, bis der Ärmel knapp über den Ellenbogen reicht.
Gegenprobe: Durch diese Zunahmen wird der Ärmel nach unten hin weiter – das ergibt einen offenen, glockigen Ärmel, der zum Poncho passt. Soll er gerade bleiben, lässt du die Zunahmen weg und strickst über die aufgenommene Maschenzahl durch.
Die drei Stellen, an denen Anfänger aufgeben
- Der Zunahmerhythmus. Wer ohne Markierer arbeitet, verliert nach ein paar Runden den Rundenanfang und damit die Symmetrie. Setz den Markierer an den Anfang und zähl nach jeder Zunahmerunde einmal durch.
- Die Ärmelrunde. Hier passieren die Fehler, die sich später nicht mehr reparieren lassen. Leg dir die Zahlenfolge daneben und arbeite sie Stück für Stück ab.
- Die Länge. Mit dem Maßband geschätzt wird der Poncho fast immer zu kurz. Zieh ihn dem Kind an, solange die Maschen noch auf der Nadel sind.
Varianten
Fransen am unteren Rand sind der schnellste Weg, dem Poncho ein Gesicht zu geben, und sie verzeihen eine leicht schiefe Abkettkante. Ein Muster ab Schritt 5 wirkt am besten, wenn es sich über wenige Runden wiederholt – im unteren Drittel fällt der Stoff am ruhigsten.
Laden Sie sich hier kostenlos die Strickanleitung für „Kinderponcho stricken“ als PDF herunter.
Redaktion stricken-mit-strickanleitung.de, Bremen. Wie die Anleitungen entstehen, steht unter Methodik.
